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Stadtallendorf: Moor, Wald und Geschichte

Unterkünfte in Stadtallendorf

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Ein geschütztes Moor, stille Waldwege und Geschichte, die sich an Kirchen, Burgruinen und Gedenkorten ablesen lässt: Stadtallendorf verbindet unterschiedliche Gründe für einen Aufenthalt. Wer Natur und Kultur in den eigenen Reiseplan aufnehmen möchte, findet hier sowohl ausgewiesene Wanderwege als auch konkrete historische Orte.

Kriegerdenkmal an der katholischen Pfarrkirche St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein, Stadtallendorf Kriegerdenkmal an der katholischen Pfarrkirche St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein, einer historischen Station im Stadtgebiet Stadtallendorfs. Foto: Subbass1 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Moor und Wald zu Fuß entdecken

Das Schweinsberger Moor bedeckt 43,2 Hektar und wurde 1977 als Naturschutzgebiet ausgewiesen – damals als 100. Naturschutzgebiet Hessens. Bekassine und Rohrweihe leben und brüten dort; die Anwesenheit der Vögel kann saisonal variieren. Die Moorlandschaft bringt damit einen eigenen Naturakzent in die Reiseplanung, neben dem Herrenwald, der als FFH-Gebiet dem Erhalt der biologischen Vielfalt und als Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt dient.

Ein konkreter Weg für eine Wanderung ist der 8,8 Kilometer lange Hatzbacher Sagenweg. Er weist nur geringe Höhenveränderungen auf und führt zu zwölf Schauplätzen alter Hatzbacher Sagen. An jedem Ort informiert eine kleine Tafel über die jeweilige Geschichte. Dank des Beschilderungssystems können Sie dem Rundweg auch ohne Karte folgen, ohne sich zu verlaufen. Länge, Wegcharakter und Erzählstationen geben Ihnen verschiedene Anhaltspunkte, um die Wanderung in Ihren Aufenthalt einzuordnen.

Auch der Forster Weg verbindet Natur mit Spuren der Vergangenheit: Er führt in den Herrenwald, und am Rundweg liegen zwischen den Bäumen versteckte Bunker und Relikte der ehemaligen Sprengstoffwerke. Das Thema reicht damit über den Wald als Landschaft hinaus und macht die frühere Nutzung an einzelnen Orten sichtbar. Wer sich für spirituelle Wege interessiert, kann Stadtallendorf außerdem als Etappenort des Jakobswegs und des Elisabethpfads einordnen.

Kirchen, Burg und Erinnerungsorte

In der Stadtgeschichte setzt die Barockkirche St. Katharina einen klaren zeitlichen Bezugspunkt: Ihr Neubau begann 1732, der erste Gottesdienst fand dort 1735 statt. In Niederklein erzählen andere bauliche Details von einer bewegten Vergangenheit. An der Wehrkirche St. Blasius und St. Elisabeth finden sich eine Pechnase am Kirchturm, Schießscharten und eine starke Mauer um den Kirchhof mit zugemauerten Toren. Diese Merkmale lassen auf eine Wehrkirche schließen.

Von der Burg Schweinsberg sind der Hexenturm, eine kleine Vorburg sowie die gesamte äußere und große Teile der inneren Zwingermauer erhalten. Zugleich gilt die Burg heute aufgrund ihres radikalen Umbaus eher als bedeutendes Beispiel für die Romantik und den beginnenden Historismus denn als spätmittelalterliche Burg. Die erhaltenen Bauteile und diese Einordnung erzählen also zwei unterschiedliche Kapitel ihrer Geschichte.

Eine andere Form des Erinnerns findet sich an der Stelle des ehemaligen Lagers Münchmühle: Dort wurde 1988 die Gedenkstätte Münchmühle eingerichtet. Im Hatzbach erinnern seit dem 22. April 2013 originalgetreue Abgüsse überlebensgroßer Barockstatuen an die fünf Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, Gerechtigkeit und Mäßigkeit. Für einen Aufenthalt, bei dem Sie unterschiedliche Facetten lokaler Geschichte kennenlernen möchten, ergänzen solche Orte die Baugeschichte um Gedenken und öffentliche Kunst.

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Das DIZ bietet während der regulären Öffnungszeiten dienstags bis donnerstags von 9:30 bis 16:00 Uhr Führungen durch die Dauerausstellung über Zwangsarbeit und die NS-Rüstungsindustrie an. Außerhalb dieser Tage und Zeiten sind Führungen nach Anmeldung möglich. Stadtführungen bietet das DIZ ebenfalls nach Anmeldung für Gruppen ab vier Personen an. Wenn Sie einen Besuch einplanen, prüfen Sie die passende Zeit und die Anmeldebedingungen vorab.

Wegwahl und Orientierung für Ihren Aufenthalt

Bei den Wanderwegen unterscheiden sich vor allem die beschriebenen Schwerpunkte: Auf dem Hatzbacher Sagenweg stehen zwölf Erzählorte und ein Rundweg von 8,8 Kilometern im Mittelpunkt; der Forster Weg führt in den Herrenwald und passiert Relikte der ehemaligen Sprengstoffwerke. So können Sie sich daran orientieren, ob Sie lieber Sagenstationen oder Wald- und Industriegeschichte in Ihre Ausflugsplanung aufnehmen möchten.

Der Heinz-Lang-Park vereint Veranstaltungsflächen, einen besonderen Spielplatz, eine Skateplaza, Holzdecks am See, ein Boule-Feld und Toiletten. Zum Abenteuerspielplatz Piratennest im Park gehören unter anderem ein hölzernes Schiffswrack, hölzerne Palmen, eine Nestschaukel und weitere Spielgeräte. Das Angebot beschreibt verschiedene Anlässe, Zeit im Park zu verbringen, ohne dass Sie den ganzen Aufenthalt auf eine einzelne Aktivität ausrichten müssen.

Für die Anreise ist die Eisenbahnlinie Frankfurt–Marburg–Kassel, die Main-Weser-Bahn, ein konkreter Orientierungspunkt: Über sie ist Stadtallendorf an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Prüfen Sie für Ihren Reisetag die passende Verbindung. Wer auch religiöse Orte einbeziehen möchte, findet die Mariengrotte am oberen Ende eines langen Hohlwegs. Dieser ist ein Teilstück des Forster Wegs von der Altstadt zur Forstkapelle im Herrenwald. An der Forstkapelle „Mariabild“ finden seit vielen Jahren regelmäßig Gottesdienste statt.

Zum Vergleich mit weiteren Reisezielen im Marburg-Biedenkopf: Cölbe, Römershausen, Rauischholzhausen, Dautphetal, Bad Endbach, Angelburg, Marburg An Der Lahn und Biedenkopf.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Marburg-Biedenkopf.

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