Ehringshausen – Wandern, Landschaft und Hugenottengeschichte
Unterkünfte in Ehringshausen
Wandern, vulkanisch geprägte Landschaft und Hugenottengeschichte geben Ehringshausen ein vielseitiges Profil. Für die Planung eines Aufenthalts lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Routen: Sie reichen vom 11,8 Kilometer langen Großwanderweg rechts der Dill über eine etwa 21 Kilometer lange Wanderroute bis zum 23 Kilometer langen Großwanderweg links der Dill. Dazu kommen die Koppe als markanter Landschaftspunkt und Einblicke in die Geschichte der Ortsteile.
Das obere Stippachtal bei Sinn liegt im Naturpark Lahn-Dill-Bergland und veranschaulicht das landschaftliche Umfeld der Region.
Foto: Anne1234 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Wanderrouten nach Länge und Verlauf unterscheiden
Der Köhlerweg ist einer von 19 zertifizierten Prämienrundwegen. Er ist 12,4 Kilometer lang und bei mittlerer Kondition in etwa 3,5 Stunden zu bewältigen. Im Gemeindegebiet führt er über die Hänge von Kölschhausen zur Koppe, dem höchsten Punkt der Tour. An offenen Bachtälern nördlich von Dreisbach und an Hangwiesen mit Ausblicken zeigt sich dabei eine andere Seite der Route.
Eine weitere Wanderroute führt auf rund 21 Kilometern und mit etwa 180 Metern Höhenunterschied durch die Wälder der ehemals selbständigen Gemeinden Ehringshausen, Dillheim, Daubhausen und Greifenthal. Als Gehzeit sind etwa sechs Stunden angegeben. Im Vergleich zum Köhlerweg bedeutet das vor allem einen längeren Zeitansatz; die beiden Strecken lassen sich daher gut anhand der geplanten Wanderdauer auseinanderhalten.
Auch die beiden Großwanderwege unterscheiden sich deutlich in ihrer Länge und ihrem Verlauf. Der 23 Kilometer lange Großwanderweg links der Dill beginnt am Wasserhochbehälter in Katzenfurt, verläuft durch den nördlich der Dill gelegenen Waldbestand der Gemeinde und führt durch Dreisbach, Niederlemp und Breitenbach. Über Kölschhausen kehrt die Route nach Katzenfurt zurück.
Der Großwanderweg rechts der Dill ist 11,8 Kilometer lang. Er beginnt in Daubhausen und führt über Ehringshausen-Ichelhausen durch den Ehringshäuser und Daubhäuser Wald. Anschließend verläuft er entlang der Hohen Straße nach Greifenthal-Steckenmesser und über Greifenthal auf dem Historischen Hugenottenweg zurück nach Daubhausen. Mit den Längen von 11,8 und 23 Kilometern lässt sich zwischen diesen beiden Großwanderwegen eine klare Wahl nach Streckenumfang treffen.
Koppe und Landschaft
Die Koppe ist ein 351 Meter hoher erloschener Vulkan und die höchste Erhebung in der Gemarkung Kölschhausen. Ihre Bedeutung beschränkt sich nicht auf den höchsten Punkt des Köhlerwegs: Die Koppe war auch das erste Naturschutzgebiet im Kreis Wetzlar. An ihrer Nordseite ist in einem alten Steinbruch auf etwa 15 Metern Höhe eine Säulenstellung aufgeschlossen. So verbinden sich auf dem Berg geologische Besonderheiten und die Geschichte des Naturschutzes.
Wer Routen auswählt, kann die Landschaftsdetails mit dem eigenen Interesse an einer längeren oder kürzeren Gehzeit abgleichen. Beim Köhlerweg gehören Hänge, Bachtäler und Hangwiesen zum beschriebenen Verlauf; die Koppe bildet dort zugleich den höchsten Punkt der Tour. Die längeren Großwanderwege führen durch Wälder und mehrere benannte Ortsteile. Diese Unterschiede geben Orientierung für die Tagesplanung, ohne dass alle Wege dasselbe Erlebnis versprechen.
Hugenottengeschichte und Dorfgeschichte
Im Hugenottendorf Greifenthal fehlte in den Anfangsjahren seiner Gründung ein eigener Friedhof. Die Toten wurden deshalb zum gemeinsamen Friedhof nach Daubhausen getragen. Diese historische Verbindung zwischen den beiden Orten erzählt von den frühen Lebensbedingungen der Hugenottengemeinde. Der Historische Hugenotten Wanderweg beginnt im Ortsteil Greifenthal und ergänzt die regionalen Wanderwege um einen ausdrücklich historischen Bezug.
Auch das Heimatmuseum Ehringshausen widmet sich mehreren Seiten der Ortsgeschichte: Zu seinen Themen gehören die Dorfgeschichte, alte Spielsachen sowie Leben und Wirken von Dr. Hermann Huttel. Damit stehen für einen Aufenthalt sowohl Wanderungen in der Landschaft als auch kulturgeschichtliche Themen zur Auswahl. Wer seine Unterkunft sucht, kann zunächst überlegen, ob die geplanten Tage stärker von längeren Wanderungen, kürzeren Strecken oder der Orts- und Hugenottengeschichte geprägt sein sollen.
Kultur im übergeordneten Reiseziel
Auch im Lahn-Dill-Kreis gibt es weitere kulturelle Anknüpfungspunkte. Das Lottehaus in Wetzlar erinnert an Goethes Begegnung mit Charlotte Buff und an den Sommer 1772. Zwei Räume im ersten Stock beherbergen eine ständige Ausstellung zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte seines ersten Romans, Die Leiden des jungen Werthers. Dieses Thema erweitert den Blick auf den Lahn-Dill-Kreis, ohne die örtliche Wander- und Hugenottengeschichte Ehringshausens zu ersetzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Bischoffen, Aßlar, Siegbach, Greifenstein, Wetzlar, Waldsolms, Haiger, Eschenburg.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lahn-Dill-Kreis.